Christian

Christian Kleindienst ist seit September 2019 Doktorand am Lehrstuhl für Vergleichende Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des modernen Europas von Prof. Dr. Maren Möhring zum Thema Antisemitismus in der deutschen und US-amerikanischen Frauenbewegung.

Bis Juli 2019 studierte und lehrte er am Institut für Kulturwissenschaften Leipzig. Seine Schwerpunkte sind Theorie und Geschichte des Antisemitismus, Kritische Theorie der Gesellschaft und Frauen- und Geschlechtergeschichte

Christian Kleindienst ist Mitglied im ESA Research Network – RN31 – Ethnic Relations, Racism and Antisemitism und Gründungsmitlied des Arbeitskreises Intersektionale Antisemitismusforschung.

Seit März 2020 ist er Promotionsstipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung.


Ehrenamtlich engagiert sich Christian Kleindienst als gewähltes Mitglied im Vorstand des Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V., im Vorstand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Leipzig und dem Jungen Forum Leipzig.

Seine Blogbeiträge sind hier aufrufbar.


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Christian Kleindienst, M.A. studied at the Institute for the Study of Culture Leipzig. At the moment he writes his PhD thesis in comparative social and cultural history on the subject of antisemitism in the German and US-American women’s movement. His research interests include theory and history of antisemitism, Critical Theory of Society, women’s and gender history and aesthetic theory. Christian Kleindienst is a member of ESA Research Network – RN31 – Ethnic Relations, Racism and Antisemitism and founding member of the Working Group Intersectional Antisemitism Research.


Promotionsprojekt

Antisemitismus und Geschlecht. Zur Integration und Kritik antisemitischer Ressentiments in der deutschen und US-amerikanischen Frauenbewegung (1970-2001)

Eine Leerstelle der sozialwissenschaftlichen Antisemitismusforschung ist das Verhältnis von Antisemitismus und Geschlecht. Die wissenschaftliche Literatur zu Antisemitismus fokussiert im Wesentlichen auf männliche Antisemiten, auch wenn in den letzten Jahren zunehmend Beiträge erschienen sind, die auf antisemitische Frauen sowie Antisemitismus und Geschlecht reflektiert haben. Ein Desiderat der Antisemitismusforschung blieben jedoch Studien, welche Antisemitismus von Frauen im Zusammenhang mit spezifischen historischen und sozialen Kontexten untersuchen und nach der kulturellen Einbettung von antisemitischen Vorstellungen in andere Sinnzusammenhänge fragen.

Dies ist Gegenstand meines Dissertationsprojektes, welches aus einer kulturwissenschaftlichen und kulturhistorischen Perspektive die Konstellation von Antisemitismus, Frauen und Geschlecht entlang kulturell-gesellschaftlicher Kontexte analysiert. Der Fokus liegt dabei auf den seit den 1980er Jahren intensiviert geführten Auseinandersetzungen um Antisemitismus in und im Umfeld der Frauenbewegung der Bundesrepublik und den USA. Das Dissertationsprojekt soll einerseits Wissensräume und Konfliktfelder erschließen, die sich in den 1980er und 1990er Jahren in feministischen Bewegungen entlang der Auseinandersetzungen und Aushandlungen um Antisemitismus entfalteten, und andererseits Artikulationsformen des Antisemitismus in Teilen der Frauenbewegung der Bundesrepublik und den USA herausarbeiten. Die Rekonstruktion von antisemitischen Konzeptualisierungen innerhalb der Frauenbewegung ist mit der Frage nach der Einbettung in kollektiv geteilte Wissensordnungen und soziale Praktiken verknüpft. Diesbezüglich verfolgt das Dissertationsprojekt unter anderem die Frage, als was Antisemitismus verhandelt wurde, wie dieser in feministische Deutungen integriert wurde und wie dieser sich artikulierte. Dazu soll eine kulturtheoretisch fundierten Analyse feministischer Diskurse und Praktiken vorgenommen werden und nach der Anschlussfähigkeit und Integration von antisemitischen Ressentiments in konkreten Kontexten der Frauenbewegung befragt werden. Des Weiteren soll in der Studie untersucht werden, welchen Stellenwert der Transfer von Ideen, Konzepten und Personen insbesondere aus und in den US-amerikanischen Kontext hinsichtlich der Auseinandersetzungen mit Antisemitismus einnahm. Nicht zuletzt sollen auch Fragen nach der Genese neuer Artikulationsformen des Antisemitismus und nach geschlechterspezifischen Artikulationsvarianten kontextualisierend bearbeitet werden.

Lehre

2013 – 2018 SHK/WHK am Institut für Kulturwissenschaften Leipzig, Tutor Einführung in die Vergleichende Kultur- und Gesellschaftsgeschichte und Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

WiSe 2015/16 Zum Verhältnis von Kunst und Gesellschaft – Diskussionen im Anschluss an Theodor W. Adornos Ästhetische Theorie, Masterseminar

WiSe 2017/18 “Identität“ als Analysekategorie in der Geschlechterforschung?, Gastbeitrag im Rahmen der Ringvorlesung Geschlechterforschung in den wissenschaftlichen Disziplinen (SQ23)

Vorträge

09.10.2020 Antisemitismus und Geschlecht – Zur Integration und Kritik antisemitischer Ressentiments in der deutschen und US-amerikanischen Frauenbewegung (1980-2001) im Rahmen der I. Interdisziplinären Antisemitismustagung für Nachwuchswissenschaftler:innen an der Universität Trier

07.10.2016 Sexualität und Geschlechterverhältnis im Nationalsozialismus, Gastvortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe 15 Jahre Geschlechterforschung an der Universität Leipzig

09.09.2016 The Entwinement of Reception and Production. Towards a Critical Theory of Art and Society, 9th Midterm conference of the RN-Sociology of the Arts, Faculdade de Letras da Universidade do Porto

27.08.2015 Postaffirmative Arts Management revisited, 12th Conference of the European Sociological Association, Differences, Inequalities and Sociological Imagination, Prague.

05.09.2014 Critical Inquiry: On the lack of field specific methods and theory in arts management, Workshop in Kooperation mit Studierenden der Colorado State University, 8th midterm Conference of the European Research Network Sociology of the Arts, Universitatea Babeș-Bolyai, Cluj-Napoca.

Medienbeiträge

Antisemitismus auf Amazon? Warum es auf Amazon immer wieder Angebote für antisemitische Literatur gibt. BR2 Zündfunk, Beitrag von Jasmin Brock in der Sendung vom 23.04.2020.

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